Menschen mit Behinderung ketten sich an Spreeufer, gegenüber Grundgesetztafel

Am Mittwoch den 11.Mai, ein Tag bevor die Abgeordneten der Grünen, Linken, CDU und SPD namentlich über ein reformiertes Behindertengleichstellungsgesetz entscheiden, haben sich Menschen mit unterschiedlichen Behinderungen an das Spreeufer gegenüber der Grundgesetztafel gekettet.

CDU und SPD lehnen es ab, dass auch Private Geschäfte Barrierefrei gebaut werden müssen bzw. Internetseiten Barrierefrei gestaltet werden.

Wir fordern aber das alle dazu gesetzlich verpflichtet werden sollen!

Um 17Uhr am 11.Mai haben sich ca. 40 Menschen an das Spreeufer gekettet – ca. 100 solidarisierende haben sich unseren Forderungen angeschlossen. Beim Jahresempfang von Verena Bentele wurde dies dann auch sehr schnell verkündet und einige Anwesende eilten direkt zu uns.

Die erste Presse lies auch nicht lange auf sich warten, Raul Krauthausen und sein Team der Sozialhelden hatten bereits eine Pressemitteilung versendet.

Immer mehr Menschen kamen zu uns – viele haben ihre Meinung zu dem BGG und BTHG über das Megaphon kundgegeben – auch die Polizei ließ nicht allzu lang auf sich warten – immerhin befanden wir uns in der Bannmeile. Nach einigen hin und her und dem ruhigen aber bestimmten Verhandlungsgeschick von Dr. Sigrid Arnade von ISL Deutschland hatten wir aber eine Duldung bekommen.

Die Nacht kam unaufhaltsam näher, es wurde Zeit für Pizza – diese bekamen wir von Martina Puschke gesponsert sie arbeitet beim Weibernetz. Die Solidarität hörte aber nicht auf, über die ganze Nacht kamen noch Menschen mit Decken, Alkohol, essen und anderen „Dopingmitteln“ zu uns.

Wir quatschten, lachten, planten und Diskutierten viel und riefen auch in den USA an und in Stockholm – hier und von ganz vielen anderen Menschen erhielten wir Solidaritätisbekundungen.

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Keiner schlief von uns – alle warteten auf den morgen, dieser kam dann auch recht schnell und schon wieder kamen die ersten Menschen mit Frühstück bei uns vorbei und beglückwünschten uns fürs durchhalten.

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In der Nacht bekamen wir noch Besuch von einem Bild Reporter und ganz früh morgens vom ARD Hörfunk – dies sollte aber erst der Anfang sein – am Morgen kamen immer mehr Pressemenschen vorbei – alle wollten Interviews und Fotos von uns.

Gegen frühen Mittag kamen auch wieder Corinna Rüffer und Kathrin Werner von den Grünen und Linken bei uns vorbei, wie am Vorabend schon.

Wir bekamen dann noch die Möglichkeit 3 Personen von uns zur Abstimmung auf die Besuchertribüne zu schicken – dies machten wir natürlich – nur peinlich das es für unsere Mitkämpferin Carola keine Gebärdensprachdolmetscher_innen geben sollte.

Kurz vor der Abstimmung kam dann auch noch Kerstin Tack SPD und Hubert Hüppe CDU bei uns vorbei – wir hörten das ewige blablabla…! Nachtrag: Hubert Hüppe hat sich bei der Entscheischeidung dann enthalten!

Um 13:45Uhr versammelten wir uns dann gespannt um ein Lautsprecher um die reden und Abstimmungen zu verfolgen … gegen 15:15uhr war es dann traurige Gewissheit, wir haben verloren – die privaten werden nicht zur Barrierefreiheit verpflichtet.

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Wir haben es ja schon geahnt, aber ein bisschen Hoffnung hatten wir trotzdem. Jetzt heißt es weiterkämpfen!!!

 

Weitere Informationen und Presseartikel findet ihr unter:

#NichtmeinGesetz

www.nichtmeingesetz.de

http://www.radioeins.de/programm/sendungen/mofr1013/_/teilhabegesetz.html

http://www.rbb-online.de/politik/beitrag/2016/05/rollstuhlfahrer-protest-bundestag.html

http://www.kobinet-nachrichten.org/de/1/nachrichten/33727

http://www.taz.de/Nachtprotest-am-Reichstag/!5301561/

http://www.spiegel.de/politik/deutschland/teilhabegesetz-rollstuhlfahrer-protestieren-vor-bundestag-a-1091949.html

http://www.zeit.de/politik/2016-05/bundesteilhabegesetz-proteste-rollstuhlfahrer-behindertengleichstellungsgesetz-kritik

 

 

Ein Gedanke zu „Menschen mit Behinderung ketten sich an Spreeufer, gegenüber Grundgesetztafel

  1. Hubert Hüppe

    Hallo,
    ich finde den Kommentar zu meinem Besuch nicht o. K. . Wieso war das “ bla bla“?
    Ich habe das BGG deutlich kritisiert. Danach habe ich all einziger Abgeordneter aus den Reihen der CDU/CSU und der SPD dem Gesetz nicht zugestimmt, was bei meinen Kollegen nicht nur schöne Kommentare hervorruft. Auch den Antrag der Grünen habe ich als einziger Koalitionsabgeordneter nicht abgelehnt.. Ich habe auch eine schriftliche Erklärung zu Protokoll gegeben, in der ich das BGG kritisiere und erkläre, warum ich nicht zugestimmt habe. Das kann jeder nachlesen, denn die Protokolle des Bundestages sind für alle einsehbar. Bitte lesen, dann nochmal entscheiden, ob es „bla bla“ ist.
    Beste Grüße
    Hubert Hüppe , Mitglied des Bundestages

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